Die Karlsberg Brauerei GmbH emittiert eine fünfjährige Unternehmensanleihe mit einem Volumen von bis zu 40 Mio. Euro, das Mindestemissionsvolumen beträgt 30 Mio. Euro. Der Kupon wird nach Ende der Angebotsfrist auf Basis der erhaltenen Zeichnungsaufträge festgelegt und per Preisfestsetzungsmitteilung publiziert. CFO Ralph Breuling geht davon aus, die positive Ergebnisentwicklung der letzten Jahre auch 2016 fortzuschreiben, wie er im Interview mit dem BOND MAGAZINE erläutert.
BOND MAGAZINE: Bitte erläutern Sie die aktuelle Geschäftsentwicklung der Karlsberg Brauerei.
Breuling: Wir haben 2015 unsere positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortgesetzt und eine weitere Ergebnisverbesserung erzielt. Bereinigt um enthaltene Einmalerträge und einmalige außergewöhnliche Aufwendungen haben wir unser operatives Ergebnis (EBIT) von 8,1 Mio. Euro auf 8,3 Mio. Euro gesteigert. Unser Jahresüberschuss stieg im Jahresvergleich auf rund 8,5 Mio. Euro und lag damit im Wesentlichen bedingt durch Sondereffekte deutlich über unserer Prognose. Mit einer Eigenkapitalquote von rund 30% verfügen wir über eine solide Eigenkapitalbasis. In die weitere Modernisierung unseres Standorts Homburg und in unsere Kunden haben wir 2015 mehr als 10 Mio. Euro investiert. Unter dem Strich haben wir also mit unserem facettenreichen Produktportfolio und den starken Kernmarken Karlsberg, MiXery und Gründel’s den Verbrauchergeschmack getroffen und ein weiteres Mal Produktivitätssteigerungen realisiert.
BOND MAGAZINE: Im Jahr 2015 haben Sie Pensionsverbindlichkeiten ausgegliedert, welche Auswirkungen hatte dies auf die Bilanz?
Breuling: Wir haben Pensionsverpflichtungen gegenüber bis zum 31. Dezember 2014 ausgeschiedenen Arbeitnehmern auf das Versorgungswerk der Karlsberg Brauerei e.V. ausgegliedert. Diese Verpflichtungen sind in unserer Bilanz nicht mehr als Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen ausgewiesen, was zu einer leichten Erhöhung unserer Eigenkapitalquote geführt hat. Ertragswirksame Auswirkungen gab es durch die Ausgliederung aber nicht.
BOND MAGAZINE: 2015 ist das Ergebnis insbesondere aufgrund außerordentlicher Effekte gestiegen. Welche Effekte waren das?
Breuling: Positive und negative Effekte ergaben sich im Wesentlichen aus konzerninternen Markenkäufen, Verschmelzungen, Rückstellungsbildungen u.a. Zur besseren Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr haben wir unser EBITDA und EBIT im Jahresabschluss 2015 um diese Einmaleffekte bereinigt dargestellt. Auch nach Bereinigung dieser außerordentlichen Effekte hat sich unser Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr verbessert.
BOND MAGAZINE: Welche Trends sehen Sie beim Bierabsatz in Ihrem Vertriebsgebiet und wie wollen Sie sich vom negativen Branchentrend abkoppeln?
Breuling: So negativ ist der Branchentrend gar nicht. Deutschland ist nach wie vor in der Weltspitze des Bierverbrauchs mit einem Gesamtabsatz im Jahr 2015 von 95,7 Mio. Hektoliter und der mit Abstand größte Biermarkt in Europa. So zeigten beispielsweise alkoholfreie Biere mit einem Umsatzplus von 6,9% eine gute Wachstumsdynamik im vergangenen Jahr, die auch vor dem Hintergrund des Trends hin zu einer bewussteren Ernährung weiter anhalten wird. Unser Produktportfolio ist sehr facettenreich und von den starken Kernmarken Karlsberg, MiXery und Gründel’s geprägt. Karlsberg ist in der Heimatregion Saarland und Westpfalz eine Markeninstitution und mit MiXery Marktführer in Deutschland. Wir werden die geografische Expansion vorantreiben, den Markt mit weiteren Produktinnovationen tiefer erschließen und mit unserem zielgruppenorientierten Marketing die Kunden direkt ohne große Streuverluste ansprechen. Zusätzliches Geschäft sehen wir in neuen Getränkesegmenten sowie internationalen Partnermarken. Und wir sind auch im internationalen Geschäft gut aufgestellt.
BOND MAGAZINE: Welchen Ausblick können Sie uns geben?
Breuling: Mit unserer starken Mannschaft, klar positionierten Marken, einem diversifizierten Produktportfolio und innovativen Konzepten werden wir unsere klar auf Ertragswachstum ausgerichtete Unternehmensstrategie fortsetzen. Wir wollen in diesem Jahr sowohl das nationale als auch das internationale Geschäftsmodell weiter optimieren. 2016 stehen die Verbesserung des bestehenden Produktportfolios, die Erschließung weiterer Auslandspotenziale und neue strategische Vertriebskooperationen im Fokus, um das Trendsegment der internationalen Biere zu erschließen. Das Jahr 2016 wird auch von Anpassungen der Organisationsstrukturen geprägt sein, die zu Effizienzsteigerungen führen werden. Wir gehen davon aus, unsere positive Ergebnisentwicklung der letzten Jahre auch 2016 fortzuschreiben.
BOND MAGAZINE: Wie wollen Sie die neue Anleihe in fünf Jahren refinanzieren?
Breuling: Die Karlsberg Brauerei hat ein ausreichendes Innenfinanzierungspotenzial, um die Anleihe zu bedienen. So erzielten wir beispielsweise im Geschäftsjahr 2015 einen deutlich positiven operativen Cashflow und haben auf Fünfjahressicht unsere EBIT-Marge von 3,0% auf 5,0% gesteigert. Wir werden weitere Ertragsverbesserungen mit einer stetigen Verschlankung der Organisation sowie Hebung von Synergien in unserem zusammenwachsenden Verbund erreichen und die Fixkosten reduzieren. Unsere solide Finanzstruktur gibt uns zudem ein großes Maß an Flexibilität und ermöglicht uns jederzeit den Zugang zu Fremdfinanzierungsquellen in angemessenem Umfang.
BOND MAGAZINE: Bitte erläutern Sie die Eckdaten der Anleihe.
Breuling: Das Zielemissionsvolumen für das Karlsberg Wertpapier II ist 40 Mio. Euro, das bedingende Mindestvolumen zur Ablösung des laufenden Wertpapiers I beträgt 30 Mio. Euro. Die Laufzeit der Anleihe ist auf 5 Jahre ausgelegt. Der Kupon wird in einer Spanne von 5,250% bis 5,750% liegen. Neben den üblichen Covenants Kontrollwechsel, Negativerklärung und Drittverzug sind Sonderkündigungsrechte für die Anleihegläubiger bei Unterschreitung von Mindesteigenkapitalquoten, Überschreitung von Ausschüttungsbegrenzungen und Nichteinhalten des Zinsdeckungsgrads eingeräumt. Wir haben also ein attraktives Paket für die Anleger geschnürt, die unsere bereits seit 1878 erfolgreich im Markt befindliche Brauerei auf dem Weg in die Zukunft begleiten möchten.
Das Interview führte Christian Schiffmacher, www.fixed-income.org
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